Informationen zur Anmeldung und Geburt

Allgemeines

Unser Geburtshaus wurde nach zweijähriger Planungsphase eröffnet. Am längsten dauerte die Suche nach einer geeigneten Wohnung und auch nach einem Vermieter, der unsere Idee mittragen wollte.

Unser Ziel ist es Frauen und Familien eine gute und individuell gestaltete Geburt, in achtsamer Atmosphäre, zu ermöglichen. Gleichzeitig haben wir für uns Hebammen einen Ort geschaffen, der es uns, in all unserer persönlichen Vielfalt, ermöglicht, außerklinisch Geburten zu begleiten.

Wir Geburtshaushebammen sehen die Geburtshilfe als wichtigen Teil unserer Hebammenarbeit und sind glücklich, so arbeiten zu können.

In der außerklinischen Geburtshilfe arbeiten wir in der 1:1 Betreuung. Das heißt jede Hebamme begleitet immer nur eine Gebärende. Zur Geburt selbst kommt dann eine zweite Hebamme dazu.

Bei einer Geburt im Geburtshaus ist kein Arzt oder Kinderarzt anwesend. Wenn ärztliche Hilfe benötigt wird, verlegen wir meist in die nahegelegene Universitätsklinik Erlangen. In regelmäßigen Treffen vertiefen wir unsere Zusammenarbeit.

Wir haben häufig Hebammen in Ausbildung bei uns. Sie begleiten uns bei all unseren Tätigkeiten. So sind wir auch immer ganz nahe an der aktuellen Lehre dran.

Räumlichkeiten

Unser Geburtshaus liegt in der Langfeldstraße in Bruck. Es gibt genügend Parkplätze in der Umgebung. Die Räume sind im ersten Stock, es gibt keinen Aufzug.

Wir haben ein Gebärzimmer mit einer Gebärbadewanne und ein Wehenzimmer, mit der Möglichkeit einen Pool für ein Entspannungsbad aufzustellen.

Daneben haben wir eine Küche, ein Büro und ein Zimmer für die Schwangerenvorsorgen. Es gibt zwei Toiletten und ein Duschbad. Alle Räume sind zweckmäßig und ansprechend eingerichtet.

Kosten .

Unsere Leistungen erbringen wir auf der Basis des Vertrages über die Versorgung mit Hebammenhilfe nach §134a SGB V, der zwischen den Berufsverbänden der Hebammen und dem GKV-Spitzenverband abgeschlossen wurde

Auf dieser Grundlage können wir sowohl die Kosten für Hebammenhilfe, als auch die Betriebskosten abrechnen. Das heißt alle Kosten, die im Rahmen unserer Betreuung entstehen, mit Ausnahme von IGel-Leistungen (wie beispielsweise Akupunktur oder Hypnobirthing), werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Für die Rufbereitschaft, die wir ab Anmeldung bis zur Geburt gewährleisten, verlangen wir derzeit 400 Euro für eine Geburtshausgeburt. Die meisten Krankenkassen übernehmen 250 Euro der Rufbereitschaftspauschale, so dass für Sie ein Eigenanteil von 150 Euro bleibt. Bitte fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach, wieviel Ihnen erstattet wird.

Wenn Sie privat versichert sind, erkundigen Sie sich bitte vorher bei Ihrer Versicherung, in welchen Umfang die Kosten für Hebammenhilfe und Geburtshaus übernommen werden.

So arbeiten wir

Wir sind momentan neun Hebammen und arbeiten in zwei Teams. Jede Schwangere wird einem Team zugeteilt.

Sie lernen im Laufe der Schwangerschaft die vier, bzw. fünf, Hebammen ihres Teams, bei verschiedenen Vorsorge- und Beratungsterminen, intensiv kennen.

Wir arbeiten in 24h-Rufbereitschaftsdiensten, die um 09:00 Uhr morgens beginnen. Es hat immer je eine Hebamme aus den beiden Teams Dienst. Wir haben keine Schließ -oder Urlaubszeiten. Es sind folglich, das ganze Jahr über, stets zwei Hebammen erreichbar.

Anmeldung und Schwangerschaft

Wenn Sie gerne im Geburtshaus Ihr Baby bekommen möchten, vereinbaren wir mit Ihnen einen Termin für ein Erstgespräch. In diesem Gespräch erheben wir persönliche Daten und auch die medizinische Vorgeschichte. Außerdem bekommen Sie schriftliche Informationen zu unseren allgemeinen Geschäftsbedingungen und dem Datenschutz, sowie einen Behandlungsvertrag, mit. In unserer wöchentlichen Teamsitzung entscheiden wir dann, ob eine Geburtshausgeburt bei uns für Sie möglich ist.

Gründe für eine Absage können medizinischer Herkunft sein, oder wir haben für Ihren Entbindungszeitraum schon viele angemeldete Frauen.

Beim zweiten Treffen bringen Sie die unterzeichneten Verträge wieder mit und erhalten unsere Telefonliste mit Hinweisen für die Erreichbarkeit der Hebammen. Wir stellen dann eine erste Rate von 150 Euro für die Rufbereitschaft in Rechnung.

Bei einem der weiteren Treffen, werden wir Sie noch einmal ganz ausführlich über die Besonderheiten und Umstände der außerklinischen Geburt aufklären.

In jedem Termin beantworten wir alle aufkommenden Fragen. Eine offene und gegenseitig wertschätzende Begleitung ist uns sehr wichtig!

Bis zur Geburt sind mindestens 5 Schwangerschaftsvorsorgen im Rahmen der Mutterschaftsrichtlinien bei uns durchzuführen. Gerne betreuen wir Sie im Wechsel mit Ihrem/r FrauenärztIn. Die Vorsorgeuntersuchungen im Geburtshaus sind, im Hinblick auf die Geburt, für Sie und uns besonders wichtig. Eine außerklinische Geburt erfordert ein enges Vertrauensverhältnis zwischen der Schwangeren und der Hebamme. Durch das regelmäßige Erheben medizinischer Befunde und vor allem durch das Abtasten des Bauches, lernen wir Sie und ihr Baby gut kennen.

In der Schwangerenbegleitung ist es uns auch möglich, sämtliche anstehende Blutuntersuchungen, Abstriche oder auch den Zuckertest (oGTT) durchzuführen.

Ab der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche, also drei Wochen vor dem errechneten Termin, ist eine Geburt im Geburtshaus möglich. Natürlich immer unter der Voraussetzung, dass Mutter und Kind gesund sind. Kurz vor Beginn der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche wird die zweite Rate der Rufbereitschaft à 250 Euro fällig.

Geburt

Wenn Sie das Gefühl haben, dass die Geburt beginnt, melden Sie sich bei der diensthabenden Kollegin. Wir treffen uns dann, wie gemeinsam vereinbart, im Geburtshaus oder kommen zur Hausgeburt zu Ihnen nach Hause.

Wir hören, in intermittierenden Abständen, nach den kindlichen Herztönen und stellen, durch das Abtasten des Bauches, die Lage des Kindes fest. Eine vaginale Erstuntersuchung findet nur in Absprache mit Ihnen statt, wenn wir beide das für sinnvoll halten. Wir begleiten die Geburt so intensiv, wie von der Frau oder dem Paar gewünscht. Eine Hebamme ist jeweils für eine Gebärende zuständig. Wir genießen diese Betreuungsform sehr. Irgendwann wird es soweit sein, dass die Geburt bevorsteht, dann rufen wir die zweite Hebamme zur Geburt dazu. Auf Wunsch der Mutter, kann die Kollegin auch vor der Tür warten. Ihr Kind dürfen Sie in ihre eigenen Hände, in einer Ihnen angenehmen Haltung, gebären. Wir fangen Ihr Baby aber auch gern für Sie auf. Jedes vierte Baby wird bei uns im Wasser geboren. Bis auf sehr wenige Ausnahmen, entscheiden sich die Frauen für eine aufrechte Gebärposition. Diese begleiten wir sehr gern.

Nach der Geburt Ihres Kindes haben Sie Zeit für Bonding und Stillen (mindestens eine Stunde ungestörter Hautkontakt).

Wir warten die Geburt der Plazenta in Ruhe ab. Auch diese können Sie auf Wunsch aufrecht und selbstbestimmt gebären. Wir lassen die Nabelschnur auspulsieren und nabeln erst nach der Geburt der Plazenta ab.

Eventuell aufgetretene Geburtsverletzungen versorgen wir im Geburtshaus in Absprache mit Ihnen und mit guter Betäubung. Eine sorgfältige und einfühlsame Versorgung des Dammes ist uns sehr wichtig.

Die U1 findet noch im Geburtshaus durch eine Hebamme statt und sie bekommen das gelbe Kinderuntersuchungsheft für die weiteren Kontrollen beim (Kinder-)Arzt mit.

Wir informieren Ihre Wochenbetthebamme und stellen sicher, dass der erste Hausbesuch bald stattfindet.

In der Regel können Sie, wenn das Baby gut getrunken hat und es Ihnen gut geht, nach zwei bis drei Stunden nach Hause gehen.

Hausgeburt

Im Umkreis von 15 km um das Geburtshaus herum bieten wir auch Hausgeburten an.

Bei Hausgeburten berechnen wir, aufgrund des erheblich größeren Aufwandes, eine Rufbereitschaftspauschale von 800 Euro.

Wir können Ihnen die Geburt bei Ihnen zu Hause nicht garantieren. Wenn gleichzeitig eine Geburt im Geburtshaus stattfindet, können wir eventuell keine Hausgeburt begleiten. Wir betreuen Sie dann natürlich auch im Geburtshaus zur Geburt! In diesem Fall erstatten wir Ihnen die 400 Euro zurück, die Sie an Rufbereitschaft zusätzlich bezahlt haben.

Nach der Geburt

Innerhalb der nächsten Stunden daheim, kommt die Wochenbetthebamme zum ersten Hausbesuch. Am dritten Lebenstag ist ein Screening des Blutes auf verschiedene Stoffwechselerkrankungen beim Baby möglich. Bitte sprechen Sie Ihre Wochenbetthebamme an, ob sie dies durchführt, ansonsten nimmt es der niedergelassene Kinderarzt ab.

Vom dritten bis zum zehnten Lebenstag des Babys, macht der Kinderarzt die U2. Manche Kinderärzte kommen dafür auch zu der Familie nach Hause.

Einige Wochen nach der Geburt bieten wir Ihnen gerne ein Nachgespräch an. Da können wir die Geburt Revue passieren lassen und noch einmal alles besprechen. Sie können gerne eine Kopie des Geburtsberichtes mitnehmen.

Wochenbettbetreuung

Wir sind vor allem Geburtshaushebammen. Wochenbettbegleitung bieten wir zwar ausschließlich für Frauen an, die im Geburtshaus ihr Baby bekommen, können aber trotzdem nicht alle Frauen, die bei uns gebären, im Wochenbett betreuen.

Bitte sprechen Sie uns deshalb frühzeitig an, oder finden Sie eine Hebamme in Nähe Ihres Wohnortes. Es ist uns wichtig, gut mir Ihrer Wochenbetthebamme zusammenzuarbeiten.

Einige Gründe, die gegen eine außerklinische Geburt sprechen

  • Eine Geburt vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche (Frühgeburt)
  • Zwillinge
  • Steißlage
  • Hoher Blutdruck, der medikamentös behandelt wird
  • Gerinnungsstörungen, die medikamentös behandelt werden
  • Insulinpflichtiger (Gestations-)Diabetes
  • Ein BMI über 35 vor der Schwangerschaft
  • Ein positiver Abstrich auf ß-Streptokokken in dieser Schwangerschaft

Alle weiteren möglichen Risikofaktoren, bzw. Ausschlusskriterien, besprechen wir mit Ihnen in einem persönlichen Gespräch.

Wenn Sie eine Geburtshausgeburt bei uns wünschen, kontaktieren Sie uns einfach per Telefon oder Mail.

Wir freuen uns auf Sie!

Scheuen Sie sich nicht, sich auch in einer späteren Schwangerschaftswoche noch zu melden! In manchen Monaten haben wir auch kurzfristig noch Kapazitäten frei.